„Was kann mir denn schon in den eigenen vier Wänden passieren?“ Wer so denkt, handelt grob fahrlässig. Die Kriminalstatistik ermittelt jährlich in etwa eine Zahl von rund 430.000 Einbrüchen, davon rund 215.000 in Wohnungen, Boden- und Kellerräumen. Betroffen sind dabei nicht nur teure Villen oder einsam gelegene Landhäuser, sondern oft durchschnittliche Einfamilien- und Reihenhäuser oder Wohnungen in Mehrfamilienhäusern. Wer sich nicht schützt, ist selbst schuld.

Einrichtung, Fernseher, Stereo-Anlage, Bekleidung, Porzellan, Foto-Ausrüstung und anderer Hausrat belaufen sich im Durchschnitt auf eine Summe von zwei bis drei Jahres-Nettogehältern. Der Verlust ist nicht einfach so wegzustecken. Nicht nur ein Einbruch kann Sie teuer zu stehen kommen, sondern auch die Folgen durch Brand, Blitzschlag, Gasexplosion, Wasserrohrbruch, defekt gewordene Schläuche an Wasch- oder Spülmaschinen und Sturm- oder Hagelschäden.

Schnell sind Werte verloren, für die lange Jahre gespart und gearbeitet wurde. Ganz zu schweigen von Erinnerungen, die mit manchem Stück verbunden sind. Den ideellen Wert kann die Hausratversicherung zwar nicht ersetzen, aber sie federt den materiellen Schaden ab.

Bei einer ausreichend hohen Versicherungssumme wird Ihr gesamter Hausrat im Versicherungsfall zum Neuwert ersetzt.

Als Richtschnur wird eine Versicherungssumme von 650 € pro Quadratmeter Wohnfläche bei Durchschnittshaushalten empfohlen. Kosten, die durch die Unbewohnbarkeit der Wohnung nach einem Schaden entstehen, übernimmt ebenfalls die Hausratversicherung, z. B. wenn Sie mit Ihrer Familie vorübergehend in ein Hotel oder eine Pension ausweichen müssen.

Selbst auf Urlaubsreisen springt die Hausratversicherung unter bestimmten Voraussetzungen ein.

Hands presenting a small model of  house

Schadenbeispiele aus der Praxis

Blitzeinschlag

Während eines schweren Gewitters schlug ein Blitz in das Dach eines Einfamilienhauses ein. Das so entstandene Feuer breitete sich rasch auf das komplette Haus aus und vernichtete nahezu alle Habe der Bewohner. Was das Feuer verschonte, wurde durch Löschwasser, Ruß und Rauchgeruch unbrauchbar gemacht. Die Familie steht vor dem Nichts. Der Gesamtschaden wurde auf 150.000 Euro geschätzt.

Rohrbruch                                                                                                                                                                                        

Ein Zuleitungsrohr der Wasserversorgung brach wegen fortgeschrittener Korrosion. Das Wasser ergoss sich von der Decke auf mehrere Schränke in der darunter liegenden Wohnung. Dabei wurden die Schränke und die darin befindlichen elektrischen Geräte (Tablet-PC, Fotoapparat, Drucker, Scanner) beschädigt. Der Schaden wurde auf 3.000 Euro geschätzt.

Einbruchdiebstahl                                                                                                                                                                        

Unbekannte brachen in ein Haus ein. Sie entwendeten alle unterhaltungselektronischen Geräte. Im Anschluss verwüsteten sie das komplette Haus. Sämtliche Spiegel und Mobiliarverglasungen wurden zerschlagen, Betten und Matratzen aufgeschlitzt und ein großer Schrank im Schlafzimmer sogar angezündet. Das Feuer breitete sich auf große Teile des Hauses aus, wodurch fast der gesamte Hausrat vernichtet oder unbrauchbar gemacht wurde. Unter den beschädigten Gegenständen befand sich auch ein Bösendorfer Klavier. Der Gesamtschaden wurde auf 119.000 Euro geschätzt.  

Sturmschaden                                                                

Das Sturmtief „Kyrill“ fegte 2007 mit Orkanböen von bis zu 150 km/h über Deutschland hinweg. Der schwere Sturm drückte ein ordnungsgemäß verschlossenes Fenster ein. Dadurch konnte Regen in die Wohnung eindringen. Das Regenwasser beschädigte die Couch und eine Stereoanlage. Der Schaden wurde auf 2.100 Euro geschätzt. 

Für wen ist die Versicherung?

Sinnvoll für jeden, der Hausrat besitzt.

Was ist versichert?

Der gesamte Hausrat, der im Versicherungsschein bezeichneten Wohnung.

Zum Hausrat gehören alle Einrichtungs-, Gebrauchs- und Verbrauchsgegenstände sowie Wertsachen und Bargeld. Hausrat außerhalb der Wohnung ist im Rahmen der Außenversicherung versichert.

Welche Gefahren und Schäden sind versicherbar?

Die Standarddeckung umfasst:

  • Brand, Blitzschlag, Explosion, Implosion
  • Einbruchdiebstahl, Vandalismus nach einem Einbruch, Raub
  • Leitungswasser
  • Sturm / Hagel

Folgende Erweiterungen sind möglich:

  • Elementarschäden (Überschwemmung, Überflutung, Rückstau, Erdbeben, Erdsenkung, Erdrutsch, Schneedruck, Lawinen, Vulkanausbruch)
  • Glasbruch
  • Fahrraddiebstahl
  • All-Risk-Deckung (unbenannte Gefahren)

Welche Gefahren und Schäden sind u.a. nicht versichert?

Es sind ausschließlich die im Versicherungsschein benannten Gefahren versichert.

Grundsätzlich sind Schäden durch folgende Ursachen nicht versichert:

  • Vorsatz
  • Krieg
  • Kernenergie

Je nach gewählten Tarif ist es möglich, dass diese Gefahren bzw. Schäden in ihrem individuellen Angebot eingeschlossen sind:

  • Schäden an Hausrat von Untermietern
  • Feuerversicherung: Sengschäden, Überstrom, Induktion
  • Einbruchdiebstahl / Raub: Einfacher Diebstahl (Trickdiebstahl)
  • Leitungswasser: Plansch- oder Reinigungswasser, Schwamm
  • Sturm / Hagel: Sturmflut, Eindringen von Regen, Hagel, Schnee oder Schmutz durch nicht ordnungsgemäß geschlossene Fenster, Außentüren oder andere Öffnungen

Wie lässt sich die Versicherungssumme ermitteln?

Die Versicherungssumme ist grundsätzlich vom Versicherungsnehmer zu bestimmen. Hierbei ist darauf zu achten, dass die Versicherungssumme dem Neuwert des Hausrates entspricht. Bei einem „normalen Haushalt“ kann als grober Richtwert von ca. 650 € pro Quadratmeter ausgegangen werden. Wird eine Versicherungssumme mit dieser Quadratmeterpauschale ermittelt, verzichtet der Hausratversicherer in der Regel auf Leistungskürzungen aufgrund einer eventuellen Unterversicherung.

Wünscht man keine pauschal ermittelte Versicherungssumme, kann auch eine kundenseitig ermittelte Summe versichert werden. Der zeitliche bzw. finanzielle Aufwand einer solchen Wertermittlung ist vom Kunden zu tragen; ebenso das Risiko der Unterversicherung. Zur Bestimmung des zu versichernden Werts kann ein Kunde auch einen Gutachter beauftragen. Gerade bei höherwertigem Hausrat mit Kunstgegenständen, Antiquitäten o.ä. kann dies eine empfehlenswerte Lösung darstellen.

Einige Anbieter bieten auch „Wohnflächentarife“ an, bei denen ausschließlich auf Basis der Wohnfläche tarifiert wird. Je nach Versicherer bieten diese Tarife eine unbegrenzte Versicherungssumme oder eine pauschale Maximalentschädigung.