Berufsunfähigkeit: Kampagne für junge Berufstätige

Vor allem junge Menschen sind in der Freizeit oder im Beruf gefährdet.

Mit diesem Thema beschäftigt sich die neue Kampagne „Ein Unfall ändert alles“ der Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse, kurz BG ETEM.

13.000 Arbeits- und Wegeunfälle von jungen Berufstätigen bis 25 Jahre wurden der BG ETEM allein im vergangenen Jahr gemeldet. Das sind fast 20 Prozent aller Unfälle. Die Jugendlichen waren mindestens drei Tage arbeitsunfähig, zwölf sind gestorben.

Die Kampagne „Ein Unfall ändert alles“ soll Jugendliche nachdenklicher, vorsichtiger und sensibler machen. Denn auch wenn man jung ist, ist man nicht unverwundbar. Für die Folgen sollte man auch privat vorsorgen. Mehr Infos finden Sie im Internet unter ein-unfall-ändert-alles.de.

Demografieknick kommt

Nach wie vor unterschätzen viele die Auswirkungen des demografischen Wandels auf die Finanzierbarkeit der Sozialsysteme in Deutschland.

Noch steht die Generation der Babyboomer mitten im Berufsleben, aber nicht mehr lange. Bis 2031 werden sie in Rente gehen. Der demografische Druck auf das Rentensystem wird dadurch immens zunehmen. Das teilt der Gesamtverband der Versicherungswirtschaft mit. Immer weniger Beitragszahler müssen für immer mehr Rentner aufkommen.

Deshalb bleibt die grundlegende Weichenstellung der Politik in der Alterssicherung seit 2001 hin zu einem Drei-Säulen-System aus staatlicher, privater und betrieblicher Rente auch für die Zukunft richtig. Eine Rückabwicklung der Reformen würde die stabile Altersversorgung in Deutschland gefährden. Schon jetzt werden die sogenannte Mütterrente und die Rente mit 63 weitreichende Folgen für die Alterssicherung haben: Die Beitragssätze werden schneller steigen, gleichzeitig sinkt das Rentenniveau für die heute Jungen noch zügiger. Zu diesem Schluss kommt eine Studie des Handelsblatt Research Institute und Prognos.

Um die wachsende Lücke zwischen Arbeits- und Renteneinkommen füllen zu können, ist der Ausbau der privaten und betrieblichen Altersvorsorge erforderlich. „Nur eine Kombination aus Umlageverfahren und Kapitaldeckung kann das volle Renditepotenzial nutzen und die Risiken breit streuen“, erläutert Alexander Erdland vom GDV. „Die Rentenpolitik steht in den kommenden Jahren vor der Aufgabe, die Balance von staatlicher Absicherung und privater und betrieblicher Altersvorsorge zu verbessern“, so Erdland weiter.

Versicherer unterstützen Energiewende

Die Versicherungswirtschaft unterstützt die Energiewende und hat Empfehlungen zum sicheren Bau und Betrieb, den Offshore Code of Practice (OCoP), veröffentlicht.

Der Bau von Windparks in Nord- und Ostsee stellt Errichter, Betreiber und Versicherer vor technische Herausforderungen, weil es mit dieser jungen Technik nur wenig Erfahrung gibt. Nach Auskunft des Gesamtverbandes der Versicherungswirtschaft, GDV, können mit dem OCoP Gefahren frühzeitig erkannt und eingeschätzt werden: Risiken, wie beispielsweise Munitions-Altlasten auf dem Meeresboden, deren Bergung den Bau verzögert und die Kosten steigen lässt. Oder wenn beim Transport der Bauteile, die mindestens 20 Jahre dem Meerwasser standhalten müssen, der Korrosionsschutz beschädigt wird – dabei können hohe Reparaturkosten entstehen.

Für den OCoP analysierten die Versicherer gemeinsam mit 90 Experten aus verschiedenen Bereichen der Offshore Windindustrie über 500 Risiken und benennen konkrete Schutzmaßnahmen. Der OCoP schafft Risikotransparenz und ist eine Anleitung zum Risikomanagement beim Bau und beim Probebetrieb von Offshore-Windkraftanlagen.

Ältere bei guter Gesundheit

Ihren Gesundheitszustand schätzen immer mehr ältere Menschen als gut oder sehr gut ein.

Das teilt die Bundesregierung mit. Im Jahr 1998 bezeichneten nur 47,6 Prozent der Männer und 43,9 Prozent der Frauen im Alter von 65 bis 70 Jahren ihren Gesundheitszustand als gut oder sehr gut. Im Jahr 2012 sei dieser Anteil auf 60,8 Prozent bei den Männern und 63,3 Prozent bei den Frauen gestiegen.

Regierung will Ruhezeiten prüfen

Die Bundesregierung will das Fahrpersonalgesetz ändern.

Damit wird eine EU-Verordnung umgesetzt, in der die Wirksamkeit und die Effizienz des Fahrtenschreibersystems für Fahrzeuge zur Güter- und Personenbeförderung verbessert wird.

Danach soll das Verbringen der wöchentlichen Ruhezeit der Fahrer im Lkw oder in dessen unmittelbarer Nähe in einer nichtfesten Unterkunft durch Rechtsänderungen verhindert werden.

Rentenbeitragssatz sinkt – privat vorsorgen

Der Beitragssatz in der Rentenversicherung sinkt ab Januar von 18,9 auf 18,7 Prozent.

Die Senkung ist möglich, da die Nachhaltigkeitsrücklage der Rentenkasse nach den Schätzungen im kommenden Jahr zu hoch wäre. Sie liegt zum Jahresende geschätzt bei rund 33,5 Milliarden Euro. Das ist mehr als das 1,5-fache einer monatlichen Rentenzahlung.

In der knappschaftlichen Rentenversicherung sinkt der Beitrag zum 1. Januar 2015 von 25,1 auf 24,8 Prozent. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer werden durch die 0,2 prozentige Absenkung 2015 um insgesamt rund eine Milliarde Euro entlastet. Die Arbeitskosten der Wirtschaft sinken ebenfalls um rund eine Milliarde Euro.

In der Prognose bleibt der Beitragssatz bis 2018 unverändert auf diesem Niveau. Anschließend steigt der Beitragssatz schrittweise wieder an: über 19,5 Prozent im Jahr 2020 bis auf 21,4 Prozent im Jahr 2028.

Nach den Modellrechnungen steigen die Renten bis zum Jahr 2028 um insgesamt rund 39 Prozent an. Das bedeutet, die Renten steigen jährlich um gut 2 Prozent. Das Sicherungsniveau (Standardrente gemessen am Durchschnittsentgelt) vor Steuern sinkt von 48 Prozent 2014 auf 47 Prozent im Jahr 2020 und weiter auf 44,4 Prozent im Jahr 2028. Beitragssatz als auch Sicherungsniveau bewegen sich damit gesetzlich vorgesehenen Rahmen.

Im Rentenversicherungsbericht kommt die Bundesregierung zu dem Schluss: Die gesetzliche Rente bleibt die zentrale Säule der Altersversorgung. Um den Lebensstandard des Erwerbslebens im Alter fortzuführen, ist es notwendig, zusätzlich vorzusorgen. Dafür gibt es vom Staat verschiedene Förderungen (zum Beispiel Riesterrente, Wohn-Riester, betriebliche Altersvorsorge).

Alterssichtigkeit ist keine Krankheit

Augenärztliche Behandlung von Alterssichtigkeit müssen nicht von der Versicherung erstattet werden.

Entsprechend urteilte das Landgericht München. Im verhandelten Fall ging es um einen 54-jährigen privatversicherten Mann. Der litt an Grauem Star und an der sogenannten Alterssichtigkeit.Die OP-Kosten von 963 Euro pro Auge trug die Krankenkasse nicht voll. Begründung: Die besseren Linsen seinen medizinisch nicht notwendig gewesen. Das Gericht gab der Kasse Recht: Aufgrund seines Versicherungsvertrages habe der Kläger nur einen Anspruch auf Ersatz von Aufwendungen für eine medizinisch notwendige Heilbehandlung.

Verkehrssicherungspflicht einer Kommune

Wer an der Bordsteinkante stürzt, kann nicht die Kommune haftbar machen.

Entsprechend urteilte das Landgericht Coburg im Falle einer gestürzten Fußgängerin. Das Gericht konnte keine Pflichtverletzung der Kommune erkennen.

Bei der Überquerung einer Straße war eine Frau am gelockerten Bordstein gestürzt und erlitt eine Fraktur am linken Ellbogen. Sie verklagte die Kommune auf mehrere Tausend Euro Schmerzensgeld.

Das Gericht wies die Klage ab. Begründung: Die Stolperstelle befand sich nicht in einer Gehfläche, sondern an der Kante des Gehwegs zur Straße. Ein umsichtiger Fußgänger hätte sich in diesem Bereich ohnehin auf einen Höhenunterschied einstellen müssen. Der Bordstein an der Sturzstelle ist optisch abgegrenzt und der Höhenunterschied war gut zu erkennen. Daher trug die Fußgängerin die Verantwortung für ihren Sturz selbst.

Immer noch Haushalte ohne Privathaftpflichtversicherung

Vor allem Arbeitslose und Geringverdiener verzichten auf Versicherung gegen Haftpflichtschäden.

Im bundesweiten Durchschnitt verfügen 85 Prozent der Haushalte über eine private Haftpflichtversicherung, teilt der Gesamtverband der Versicherungswirtschaft (GDV) mit. Regionale Unterschiede gibt es kaum – in den Bundesländern liegt die Verbreitung der Haftpflichtversicherung zwischen 82 Prozent in Berlin und Bremen und 88 Prozent in Bayern und Schleswig-Holstein.

„Auch wenn das Budget klein und der Sparzwang hoch ist, sollte die Haftpflichtversicherung auf der Prioritätenliste ganz weit oben stehen. Ohne ausreichenden Schutz kann auch eine nur kleine Unachtsamkeit zu einem Schuldenberg führen, den der Einzelne im Zweifel sein Leben lang nicht mehr abtragen kann. Gegen diese Gefahr kann man sich schon für einen geringen Betrag von wenigen Euro im Monat schützen“, sagt Dr. Bernhard Gause, Mitglied der Hauptgeschäftsführung des GDV.

Jetzt Riester-Zulagen sichern

Riester lohnt sich, das bestätigt eine aktuelle Untersuchung des Instituts für Transparenz in der Altersvorsorge (ITA).

Danach steigt die Rendite deutlich mit Hilfe der staatlichen Zulagen. Wer sich diese Förderung nicht entgehen lassen will, muss bis Ende des Jahres handeln: Denn die staatlichen Zulagen für Riester-Verträge gibt es nicht automatisch. Darauf weist der Gesamtverband der Versicherungswirtschaft hin.

Fast 16 Millionen Menschen haben einen Riester-Vertrag abgeschlossen. Sie haben Anspruch auf staatliche Förderung. Diese muss gesondert beantragt werden. Den entsprechenden Antrag erhalten Sparer von ihrem Anbieter. Die Frist für das Jahr 2012 läuft am 31. Dezember 2014 ab. Danach entfällt der Anspruch auf die Zulagen.