Sturmschäden schnell reparieren, nasse Keller gründlich trocknen

Der Verband Privater Bauherren (VPB) rät betroffenen Hausbesitzern und Bauherren, die Sturmschäden nicht nur bei der Versicherung zu melden, sondern möglichst schnell beseitigen zu lassen, sonst drohen vor allem Schimmelschäden.

„Besonders wichtig ist das bei Dachschäden. Wenn sich Ziegel gelöst oder schwere Äste die Dachhaut durchschlagen haben, sollte die Dachfläche so schnell wie möglich wieder geschlossen werden“, empfiehlt Bausachverständiger Herbert Oberhagemann, Leiter des VPB-Büros Hamburg. „Notfalls sollten Löcher im Dach zunächst mit einer Folie geschützt werden, sonst dringt Regen in die Dachkonstruktion ein. Die Dämmung wird durchnässt, verliert ihre Dämmwirkung und es besteht Schimmelgefahr.“

Denken müssen Hausbesitzer bei Sturmschäden auch an die Haftung: Sie sind in der Pflicht und müssen ihre Immobilie in Ordnung halten, damit niemand zu Schaden kommt. Das gilt besonders für Sturmschäden: defekte Dächer, instabile Bäume und abgebrochene Äste müssen repariert und beseitigt werden. Weil Dachdecker und Baumexperten jetzt nicht überall sein können, sollten Hausbesitzer zumindest die gefährlichen Stellen sichern, also Flatterband und Absperrungen unter dem beschädigten Dach oder rings um den problematischen Baum ziehen. Hauptsache, niemand wird gefährdet! „Auch Hausbesitzer, die auf den ersten Blick keine Schäden haben, sollten aufmerksam ums Haus gehen und sich Dach und auch Bäume sehr genau betrachten“, rät Bausachverständiger Oberhagemann, denn mancher Schaden, wie etwa leicht verschobene Ziegel, wird erst bei näherem Hinsehen erkennbar.

Auf ihrer Baustelle nach dem Rechten sehen sollten auch Bauherren, deren zukünftiges Heim noch im Rohbau steht. Zwar ist die Sicherung der Baustelle eigentlich Sache der Baufirmen, aber die kümmern sich nicht alle, wie sie es sollten. Außerdem sind Bauherren für ihr Grundstück selbst verantwortlich: Als Grundstücksbesitzer haben sie auch während der Bauzeit die Verkehrssicherungspflicht. Sie müssen also handeln, wenn der Sturm ihre Bäume auf die Straße oder in Nachbars Garten drückt.

Keine Erwerbsminderungsrente bei Straftat

Versicherte haben normalerweise Anspruch auf Rente, wenn sie wegen Krankheit oder Behinderung erwerbsgemindert.

Die Rente kann jedoch ganz oder teilweise gestrichen werden, wenn die Erwerbsminderung durch eine Straftat des Versicherten verursacht wurde. Entsprechend urteilte das Hessische Landessozialgericht. Im verhandelten Fall ging es um einen Versicherten, der durch einen Verkehrsunfall erwerbsgemindert wurde. Weil er ohne Fahrerlaubnis unterwegs war, wurde er strafrechtlich verurteilt. Somit wird auch keine Erwerbsminderungsrente fällig.

Beratungsqualität der Versicherer

Die Versicherungswirtschaft unterstützt mit einer eigenen Weiterbildungsinitiative die Schulung von Vermittlern.

Ziel ist eine noch bessere Beratung der Kunden, wie der Gesamtverband der Versicherungswirtschaft (GDV) mitteilt. Dafür steht auch der verschärfte Verhaltenskodex für den Vertrieb.

Egal ob es um eine Todesfallabsicherung geht, die Vollkasko für das neue Auto oder die private Altersvorsorge – erster Ansprechpartner für viele Verbraucher ist der Versicherungsvermittler. Er muss somit umfangreiche Fachkenntnisse haben, um in allen Fällen kompetent beraten zu können. Deshalb ist es entscheidend, dass Versicherungsvermittler nicht nur gut ausgebildet sind, sondern sich auch permanent fortbilden.

Sicherstellen will das die freiwillige Brancheninitiative „gut beraten“, die von sieben Verbänden der Versicherungswirtschaft – sowohl von Vermittlern als auch Versicherern – sowie der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di getragen wird. Teilnehmende Vermittler setzen sich das Ziel, innerhalb von fünf Jahren 200 Weiterbildungspunkte zu sammeln. Ein Punkt entspricht einer Unterrichtseinheit von 45 Minuten. Diese werden in einer zentralen Weiterbildungsdatenbank erfasst. Punkten können die Vermittler bei einem der inzwischen mehr als 300 akkreditierten Fortbildungsträger.

Mit „gut beraten“ unterstreicht die Branche den hohen Stellenwert der Aus- und Weiterbildung. „Wir wollen mit der Initiative ein sichtbares Zeichen nach außen setzen, dass der Versicherungsvermittler ein professioneller Berufsstand ist“, sagt Katharina Höhn, Hauptgeschäftsführerin des Berufsbildungswerks der Deutschen Versicherungswirtschaft (BWV), das die Weiterbildungsdatenbank betreibt. In vielen Köpfen habe sich verankert, jeder könne Versicherungsvermittler werden. Dagegen wolle man angehen, so Höhn. Als PR-Maßnahme sei die Initiative aber nicht zu verstehen. Sie diene zu allererst der Qualitätssteigerung im Vertrieb. „Unser Ziel ist, dass die Kunden noch besser beraten werden“, sagt Höhn.

Diesem Zweck dient auch der verschärfte Verhaltenskodex für den Vertrieb des GDV, der seit Mitte 2013 in Kraft ist. Die inzwischen mehr als 200 beigetretenen Unternehmen verpflichten sich darin zu einem fairen Umgang mit Kunden, zu bedarfsgerechter Beratung und verständlichen Produkten. Ein wesentliches Element des Kodex ist das Thema Weiterbildung. Die beigetretenen Versicherer arbeiten nur noch mit Vermittlern zusammen, die sich laufend fortbilden und dies auch nachweisen. An der Stelle schließt sich der Kreis zu „gut beraten“. Die Initiative ist eine Möglichkeit, wie der geforderte Nachweis erbracht werden kann.

Einführung eines bundesweiten Naturgefahrenportals

Etwa 20 Prozent der Bundesbürger können sich jetzt auf dem Internetportal „Kompass Naturgefahren“ darüber informieren, wie stark ein Gebäude durch Hochwasser, Starkregen, Blitz- und Überspannung, Sturm und Hagel gefährdet ist.

Darauf weist der Gesamtverband der Versicherungswirtschaft (GDV) hin. Bislang haben die Landesregierungen von Sachsen, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen und vor kurzem auch Berlin die entsprechenden Daten zur Verfügung gestellt. Die Versicherungswirtschaft bereitet diese Informationen nutzerfreundlich und verständlich auf, sodass das Naturgefahrenrisiko für jeden Wohnort in diesen vier Bundesländern im Internet abgerufen werden kann.

„Kompass Naturgefahren“ zeigt heute bereits eindrucksvoll auf, welches Potential auch ein bundesweites Naturgefahrenportal unter Einbeziehung aller staatlichen Stellen hätte. Während des Hochwassers 2013 nutzten bis zu 80.000 Menschen täglich das Angebot.

Alexander Erdland, Präsident des GDV, meint dazu: „Informationen, die nur 20 Prozent der Bevölkerung erreichen, können nur der Anfang sein. Sämtliche Bundesbürger müssen sich rasch und unkompliziert über Naturgefahren informieren können. Dies kann nur erreicht werden, wenn alle Bundesländer die entsprechenden Daten mit einheitlichen Standards in ein nationales Naturgefahrenportal einfließen lassen“.

Die Versicherungswirtschaft hatte sich im vergangenen Jahr intensiv für die Einführung eines nationalen Naturgefahrenportals eingesetzt, eine bundesweite Elementarschadenkampagne gefordert und der Politik ihre fachliche Unterstützung angeboten. Die Umweltministerkonferenz hatte diese Vorschläge Ende 2014 aufgegriffen und die Bundesregierung zur Umsetzung aufgefordert. „Wir wissen, dass Aufklärung und Vorsorge der beste Schutz vor Naturkatastrophen sind, deshalb sollte jetzt rasch gehandelt werden“, so Erdland.

Telefonieren am Steuer

Bei stehendem Fahrzeug und ausgeschaltetem Motor dürfen Autofahrer am Steuer telefonieren.

Entsprechnd urteilte das Oberlandesgericht (OLG) Hamm. Im verhandelten Fall ging es um einen Autofahrer, der an einer roten Ampel mit seinem Handy telefoniert hatte. Weil das Auto eine Start-Stopp-Funktion hat, lief der Motor zum Zeitpunkt des Telefonats nicht.

Pflegeversicherung darf kein Pflegefall werden

Sozialverband will Fortentwicklung der Pflegeversicherung zu einer Pflegebürgerversicherung.

„Die Einführung der Pflegeversicherung war ein wegweisender Meilenstein in der neueren Geschichte des deutschen Sozialstaates. Denn sie ist unverzichtbar für eine würdevolle Pflege, die dazu beiträgt, die Grundrechte pflegebedürftiger Menschen zu gewährleisten.“ Das erklärt SoVD-Präsident Adolf Bauer. „Die Bundesregierung muss jetzt am Ball bleiben und die Pflegereform fortsetzen. Insbesondere beim Pflegebedürftigkeitsbegriff muss es bald Fortschritte geben. Sowohl Pflegebedürftige als auch die Pflegenden warten seit Jahren darauf“, erklärt SoVD-Präsident Bauer.

Der Sozialverband Deutschland setzt sich für eine Fortentwicklung der Pflegeversicherung zu einer Pflegebürgerversicherung ein. Zentrale Forderungen sind neben der Wiederherstellung der Beitragsparität eine bessere Berücksichtigung der Leistungsfähigkeit der Versicherten und eine Stärkung der häuslichen und professionellen Pflege.

Qualität der pflegerischen Versorgung steigt

Aktueller Pflege-TüV weiterhin kritisch.

Der 4. Pflege-Qualitätsbericht des Medizinischen Dienstes des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen (MDS) äußerte sich insgesamt zufrieden mit den Ergebnissen des Berichtes.

Obwohl sich die Bedingungen hinsichtlich Personal, zeitraubender Bürokratie und ausufernder Kontrollen seit dem letzten Bericht eher weiter verschlechtert haben, ist es den Pflegeeinrichtungen und Diensten dennoch gelungen, die Versorgungsqualität der pflegebedürftigen Menschen zu verbessern“, so die Vertreterin des MDS.

Der Bericht zeigt, dass die tatsächliche Qualität der pflegerischen Versorgung größtenteils besser ist, als die bloße Ansicht von durchgeführten Maßnahmen im Sinne der Prozessqualität vermuten lässt. So ist z. B. die Anzahl von Druckgeschwüren erneut gesunken und betrifft nur noch 3,8 % der Stichprobe und das, obwohl bei der Durchführung der Vorbeugemaßnahmen noch bei ca. einem Viertel der Betroffenen durch die Qualitätsprüfer Verbesserungspotenzial gesehen wurde.

Nächster Schritt in Auswertung des Berichtes müsse eine Analyse der Ursachen von dargestellten Qualitätsmängeln sein, denn darüber mache der Bericht keine Angaben. Hier müssten alle Beteiligten einbezogen werden.

Steigendes Auskunftsverlangen

Die Nachrichtendienste des Bundes stellen immer mehr Auskunftsverlangen nach dem Terrorismusbekämpfungsgesetz.

Dies geht aus einer Unterrichtung durch das Parlamentarische Kontrollgremium hervor. Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV), der Bundesnachrichtendienst (BND) und der Militärische Abschirmdienst (MAD) dürfen nach den gesetzlichen Regelungen zur Terrorismusbekämpfung unter bestimmten Voraussetzungen von Luftfahrtunternehmen, Finanzdienstleistern, Post- sowie Telekommunikations- und Teledienstunternehmen im Einzelfall kunden- beziehungsweise nutzerbezogene Auskünfte einholen und technische Mittel zur Ortung aktiv geschalteter Mobiltelefone oder zur Ermittlung der Geräte- oder Kartennummer – sogenannte IMSI-Catcher – einsetzen.

Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im Januar 2015

Im Jahr 2014 ist die deutschen Wirtschaft im Durchschnitt relativ kräftig um 1,5% gewachsen.

Nach einer Stagnationsphase im zweiten und dritten Quartal ist die Konjunktur wieder moderat aufwärts gerichtet. Die Stimmung in den Unternehmen hellt sich auf teilt das Bundeswirtschaftsministerium mit. Auftragseingänge, Umsätze und Produktion in der Industrie dürften im Jahresendquartal zugenommen haben.

Der Arbeitsmarkt entwickelt sich weiter positiv. Der Beschäftigungsaufbau setzt sich fort, die Arbeitslosigkeit sinkt. Dies sorgt für steigende Einkommen und stützt den privaten Konsum. Der schwache Euro und der Verfall der Mineralölpreise liefern zusätzliche Impulse.

Im Gesamtjahr 2014 hat sich die gesamtwirtschaftliche Leistung der deutschen Volkswirtschaft relativ kräftig um preisbereinigt 1,5 % und damit wieder deutlich stärker als in den beiden vorangegangenen Jahren erhöht.

Die Stimmungsindikatoren haben sich spürbar aufgehellt. Die Auftragseingänge, die Umsätze und die Produktion in der Industrie dürften im vierten Quartal zugenommen haben. Die Beschäftigung ist in den vergangenen Monaten recht dynamisch weiter angestiegen. Der Rückgang der Mineralölpreise wirkt auf die Verbraucherpreise durch und stärkt die real verfügbaren Einkommen. Die Zurückhaltung bei den Investitionen hat sich zwar noch nicht gelegt, die Aufhellung der Geschäftserwartungen in der gewerblichen Wirtschaft verspricht aber Besserung. Insgesamt mehren sich Signale, die für eine sich verstärkende Erholung sprechen.

Mehrheit für Änderungen im Rentenrecht

Rund drei Viertel der Erwerbstätigen wollen eine Änderung im deutschen Rentenrecht.

So zahlt der Arbeitgeber für Altersrentner, die nach dem gesetzlichen Renteneintrittsalter weiterhin einer Beschäftigung nachgehen, zwar Beiträge an die Rentenversicherung, daraus entsteht aber kein Rentenanspruch für die Beschäftigten. In einer kürzlich durchgeführten Umfrage des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA) votierten 73 Prozent der Befragten dafür, dass auch diese Arbeitgeberbeiträge nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses zu einer höheren Rente führen.

„Damit würde eine Verletzung des Äquivalenzprinzips, das im deutschen Rentensystem gilt, endlich aus der Welt geschafft“, erklärt DIA-Sprecher Klaus Morgenstern. Nach diesem Prinzip stehen den Einzahlungen in die Rentenversicherung jeweils entsprechende Rentenansprüche gegenüber. Bei einer Weiterbeschäftigung von Altersrentnern wird es bislang durchbrochen. „Die Arbeitgeberbeiträge sind lediglich eine Art Steuerungsabgabe, die eine Bevorzugung Älterer zu Lasten jüngerer Arbeitnehmer verhindern soll. Angesichts der demografischen Entwicklung, die einen längeren Verbleib älterer Arbeitnehmer in den Unternehmen erfordert, ist eine solche Steuerung längst überflüssig geworden“, ergänzt Morgenstern.