Demografieknick kommt

Nach wie vor unterschätzen viele die Auswirkungen des demografischen Wandels auf die Finanzierbarkeit der Sozialsysteme in Deutschland.

Noch steht die Generation der Babyboomer mitten im Berufsleben, aber nicht mehr lange. Bis 2031 werden sie in Rente gehen. Der demografische Druck auf das Rentensystem wird dadurch immens zunehmen. Das teilt der Gesamtverband der Versicherungswirtschaft mit. Immer weniger Beitragszahler müssen für immer mehr Rentner aufkommen.

Deshalb bleibt die grundlegende Weichenstellung der Politik in der Alterssicherung seit 2001 hin zu einem Drei-Säulen-System aus staatlicher, privater und betrieblicher Rente auch für die Zukunft richtig. Eine Rückabwicklung der Reformen würde die stabile Altersversorgung in Deutschland gefährden. Schon jetzt werden die sogenannte Mütterrente und die Rente mit 63 weitreichende Folgen für die Alterssicherung haben: Die Beitragssätze werden schneller steigen, gleichzeitig sinkt das Rentenniveau für die heute Jungen noch zügiger. Zu diesem Schluss kommt eine Studie des Handelsblatt Research Institute und Prognos.

Um die wachsende Lücke zwischen Arbeits- und Renteneinkommen füllen zu können, ist der Ausbau der privaten und betrieblichen Altersvorsorge erforderlich. „Nur eine Kombination aus Umlageverfahren und Kapitaldeckung kann das volle Renditepotenzial nutzen und die Risiken breit streuen“, erläutert Alexander Erdland vom GDV. „Die Rentenpolitik steht in den kommenden Jahren vor der Aufgabe, die Balance von staatlicher Absicherung und privater und betrieblicher Altersvorsorge zu verbessern“, so Erdland weiter.