„Einheitsversicherung“ nicht im Sinne der Kunden

Einige Medien berichten derzeit, dass die EU eine „Einheitsversicherung“ anstrebe, bei der alle Versicherungskunden künftig unabhängig von ihrem Alter die „gleichen Beiträge zahlen“ würden.

Eine solche Einheitsversicherung würde grundlegende Prinzipien des Versicherungsgeschäfts aushebeln – zum Nachteil der Kunden. Das berichtet der Gesamtverband der Versicherungswirtschaft.

Laut den Medienberichten solle demnach insbesondere das Kriterium des „Alters“ bei der Tarifierung der individuellen Versicherungsprämie keine Rolle spielen. Die angemessene Differenzierung zwischen verschiedenen Risiken ist jedoch ein wichtiges Grundprinzip des Versicherungsgeschäfts. Dieses Prinzip sollte nicht infrage gestellt werden. Eine risikoadäquate Kalkulation der Prämien ist keine Diskriminierung, sondern eine sachlich gebotene Differenzierung entsprechend nachgewiesenermaßen unterschiedlichen Risiken.

Ausdruck der Gleichbehandlung im Versicherungswesen ist es gerade, dass gleiche Risiken gleich und ungleiche Risiken ungleich behandelt werden. Dass die Merkmale Alter und Behinderung für die Kalkulation von Versicherungen risikorelevante Faktoren sind, ist anhand von statistischem Material eindeutig belegt. Der Abschluss einer Lebensversicherung eines 18-Jährigen unterscheidet sich grundlegend von dem eines 80-Jährigen aufgrund der unterschiedlichen Lebenserwartung.

Es darf nicht vergessen werden, dass die Verbraucherinnen und Verbraucher von der Berücksichtigung von Informationen über Alter und Behinderung in der Versicherung profitieren. Ein Verzicht auf risikogerechte Tarife würde letztlich bedeuten, dass das durchschnittliche Prämienniveau insgesamt deutlich steigen würde. Bestimmte Produkte würden sich für eine Vielzahl von Kunden mit niedrigen Risiken nicht mehr rechnen. Einzelne Produktgruppen würden gänzlich vom Markt verschwinden, wenn unterschiedliche Risiken nicht mehr berücksichtigt werden dürften.