Flexibilität bei kapitalgedeckter Altersversorgung gefordert

Wer über das Rentenalter hinaus arbeiten will, soll dies nach dem Willen der Bundesregierung künftig leichter tun können.

Der Gesamtverband der Versicherungswirtschaft, GDV, begrüßt die Pläne, insbesondere wenn sie dazu dienen, die Beschäftigung älterer Arbeitnehmer auszubauen. „Wir müssen die Rahmenbedingungen verbessern, damit Menschen länger im Erwerbsleben bleiben können“, sagt GDV-Hauptgeschäftsführer Peter Schwark. Die Bereitschaft für ein längeres Arbeiten ist jedenfalls hoch. Nach einer Befragung des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung kann sich rund die Hälfte aller Erwerbstätigen, die 55 Jahre und älter sind, vorstellen, auch nach dem Eintritt in den Ruhestand einer bezahlten Beschäftigung nachzugehen.

Änderungen bei der gesetzlichen Rente allein reichen jedoch nicht aus, um Arbeitnehmern einen größeren Spielraum beim Übergang vom Erwerbsleben in den Ruhestand zu ermöglichen. Vielmehr muss der flexible Bezug von Alterssicherungsleistungen auch in der kapitalgedeckten Altersvorsorge eröffnet werden. Ob Kapitallebens- und Rentenversicherungen mit Teilauszahlungsoption, Teilrenten aus betrieblicher und privater Altersvorsorge oder auch Zeit- oder Wertguthaben aus zuvor geleisteter Arbeit: Die Gestaltung der Übergangsphase ist letztlich eine Kernaufgabe der kapitalgedeckten Altersvorsorge.

Der GDV hat Vorschläge gemacht, wie das Potenzial der kapitalgedeckten Altersvorsorge besser ausgeschöpft werden kann: In einem ersten Schritt sollte die Altersgrenze für den Bezug steuerlich geförderter Riester- oder Basis-Renten sowie Kapitallebensversicherungen wieder auf das 60. Lebensjahr (für Neuverträge ab 2012) abgesenkt werden. Gleiches gilt für die Zusagen der betrieblichen Altersvorsorge.

Auch sollten bestimmte Hemmnisse in der betrieblichen Altersversorgung im Zusammenhang mit dem Bezug einer Teilrente abgebaut werden. So könnte etwa den Pensionskassen die Möglichkeit eingeräumt werden, dass wegfallende Erwerbseinkommen des Arbeitnehmers gegebenenfalls auch in voller Höhe auszugleichen.

Diese Maßnahmen wären für den Staat kostenneutral. Gleichzeitig eröffnen sie dem Einzelnen einen größeren Spielraum, um den gleitenden Übergang in den Ruhestand zu realisieren. Und genau darum geht es.