Gute Sicht ist entscheidend

Überwachung von Überholverboten notwendig.

Im Jahr 2013 kamen auf deutschen Landstraßen 171 Menschen bei Überholunfällen ums Leben, 1.901 Menschen wurden schwer verletzt. Damit ist fehlerhaftes Überholen eine Hauptursache für schwere Unfälle auf Landstraßen. Das hat die Unfallforschung der Versicherer (UDV) in einer Detail-Analyse von Überholunfällen herausgefunden. Erschreckend: 28 Prozent der Unfallverursacher haben trotz Gegenverkehr, 26 Prozent trotz unklarer Verkehrslage und ebenfalls 26 Prozent im Überholverbot überholt.

„Wir brauchen grundsätzlich Überholverbote an Kuppen, Wannen und bei zu geringen Sichtweiten“, fordert Siegfried Brockmann, Leiter der UDV. Denn die Studie hat gezeigt, dass Überholverbote und Geschwindigkeitsbegrenzungen die Anzahl und Schwere der Überholunfälle signifikant verringern. „Außerdem“, so Brockmann, „müssen Überholverbote konsequenter überwacht werden.“

Großes Unfallpotential birgt eine zu geringe Sichtweite: 70 Prozent der untersuchten Unfälle passierten bei Sichtweiten, die für den sicheren Abschluss des Überholvorgangs nicht ausreichen. Bei jedem 4. Überholunfall war die Sichtweite sogar so kurz, dass auftauchender Gegenverkehr unweigerlich zum Unfall führen musste. Hier hat die Topographie einen entscheidenden Einfluss: 71 Prozent der Unfälle sind an Kuppen oder in sogenannten Wannen zu verzeichnen.

Für die Studie untersuchte die UDV auf 500 Untersuchungsstrecken das Einhalten des Überholverbots. Außerdem führte sie eine Detailanalyse von 100 Strecken nach Geländeprofil und Sichtweiten durch. Schließlich wurden bei einer Mikroanalyse von 43 Strecken Verhaltensanalysen mit Videobeobachtungen gemacht.