Kritik der Versicherungswirtschaft am Rentenpaket

Alexander Erdland hat das Rentenpaket der Bundesregierung scharf kritisiert und eine stärkere Unterstützung für jüngere Menschen angemahnt.

„Das Rentenpaket hilft nur Älteren“, sagte der Präsident des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) im Interview mit der Rheinischen Post. Um auch für die Jüngeren etwas zu tun, müsse der Staat die Riester-Rente stärken und das förderfähige Volumen wie auch die Zulagen anheben.

Kernelement des Paketes ist die abschlagsfreie Rente mit 63, sofern Versicherte mindestens 45 Beitragsjahre vorweisen können. Phasen kurzer Arbeitslosigkeit werden dabei angerechnet. Mit der Mütterrente werden zugleich die Kindererziehungszeiten von Frauen, deren Kinder vor 1992 geboren sind, stärker berücksichtigt. Insgesamt summieren sich die Kosten des Pakets bis 2030 auf 160 Milliarden Euro.

Erdland betonte, dass eine Stärkung der privaten Altersvorsorge auch wegen der niedrigen Zinsen nötig sei. Dadurch fielen die Renditen künftig geringer aus. „Das ist schlecht, weil die Menschen eigentlich noch mehr sparen müssten“. Das Gegenteil ist jedoch der Fall. Seit 2008 geht die Sparquote in Deutschland zurück. Laut Erdland besteht die Gefahr, dass sie noch weiter absinkt.

Der GDV-Präsident warnte vor den langfristigen Folgen der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). „Dadurch werden neue Schuldenberge und Reformmüdigkeit in den europäischen Krisenstaaten geradezu provoziert.“ Die EZB baue mit ihrer Politik die nächste Krise wieder auf. Derzeit nehmen die Spekulationen wieder zu, die EZB könnte den Leitzins von aktuell 0,25 Prozent noch weiter absenken.