Lebensversicherung wird mehr denn je gebraucht

Einen Monat nach der Verabschiedung des Lebensversicherungsreformgesetzes im Bundestag spricht GDV-Präsident Alexander Erdland erstmals über die Folgen für die Branche.

Er sieht die Neuregelungen vor allem als Chance. Trotz einiger bitterer Pillen hätten die Versicherer allen Grund, selbstbewusst in die Zukunft zu blicken.

Erdland ist überzeugt, dass Unternehmen und Kunden gleichermaßen von der Reform der Lebensversicherung profitieren. Das neue Gesetz sei „ein Beitrag, der die Lebensversicherung stärkt und mehr Sicherheit für alle bringt“, sagte der GDV-Präsident der Zeitschrift „Versicherungswirtschaft“. Die Neuregelung der Bewertungsreserven-Beteiligung schaffe zum einen mehr Gerechtigkeit – „zugunsten der großen Mehrheit, die langfristig in der Versichertengemeinschaft bleibt“. Zum anderen würden „die Eigenkräfte der Versicherungswirtschaft“ insgesamt wiederhergestellt.

Erdland räumte ein, dass es eine Weile gedauert habe, das Anliegen der Branche in der Öffentlichkeit zu erklären: „Was wir alle miteinander gelernt haben, ist, dass wir unsere berechtigten Argumente verständlich vermitteln müssen.“ Mit der Zeit sei es aber „immer besser gelungen, das komplexe Thema des Entstehens und der Folgen der Bewertungsreserven verständlich zu machen“. Er habe in dieser Phase festgestellt, „dass unsere Branche bei aller tatsächlichen oder vermeintlichen Reputationsschwäche im breiten Spektrum der Politik positiv verankert ist, ja Anerkennung erfährt, aber auch gefordert ist“. Die Versicherer müssten aber weiter an ihrer Positionierung arbeiten – „gerade in den Dingen, die gesellschaftliche Zukunftsbedeutung haben“.

Trotz der Herausforderungen, die das neue Gesetz mit sich bringt, können die Lebensversicherer nach Ansicht des GDV-Präsidenten optimistisch nach vorne schauen. Anpassungen vorzunehmen sei „kein Zeichen der Schwäche, sondern ein Ausdruck des selbstbewussten Handelns“. Wenn ein Boot ein Leck habe, sei damit nicht dessen grundsätzliche Funktionstauglichkeit in Frage gestellt. „Es geht bei der Lebensversicherung um ein Produkt, das sozial und wirtschaftspolitisch in Deutschland unverzichtbar ist und mehr denn je gebraucht wird.“ Das vollständige Interview ist in der Zeitschrift “Versicherungswirtschaft” erschienen.