Reisevermittler darf Kunden keine Versicherungen aufdrängen

Irreführende Buchungsgestaltung und unseriöse Warnhinweise dürfen auf Reiseportalen nicht zum Abschluss von Reiseversicherungen verleiten.

So hat das Landgericht Berlin nach einer Klage des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) entschieden.

Im konkreten fall hatte ein Reiseanbieter die Internetseite so gestaltet, dass Kunden zunächst per Klick ausdrücklich auf den angebotenen Reiseschutz verzichten mussten. Nach dieser klaren Entscheidung öffnete sich ein neues Fenster, in dem der Veranstalter vor hohen Stornokosten und täglich mehr als 500.000 Flugverspätungen warnte und die Reiseversicherung erneut anpries. Wer dann auf den Button „Weiter“ klickte, um endlich mit der Buchung fortzufahren, entschied sich damit doch für die zuvor abgelehnte Versicherung – und das meist ungewollt. Denn das im Button nur kleingedruckte „Ich möchte abgesichert sein“ war ebenso leicht zu übersehen wie die alternative Option „Weiter ohne Versicherung“.

Die Richter sprachen von Irreführung und verboten die Vorgehensweise.