Schwaches Wirtschaftswachstums, aber keine Rezession

Das RWI senkt seine BIP-Prognose für dieses Jahr von 2,0 auf 1,5%, für2015 von 2,2 auf 1,8%.

Auch wenn sich die konjunkturelle Dynamik in Deutschland abgeschwächt hat, sind keine Anzeichen einer beginnendenRezession zu erkennen. Getrieben von der Inlandsnachfrage dürfte der Aufschwung im Laufe des kommenden Jahres wieder an Schwung gewinnen. Die Zahl der Arbeitslosen dürfte leicht rückläufig sein und die Inflation voraussichtlich zunehmen. Auch die internationale Konjunktur hat sich inder ersten Jahreshälfte etwas abgeschwächt. Die geopolitischen Konflikte hatten bisher noch keine nennenswerten konjunkturellen Wirkungen, sind aber ein Risiko für den weltwirtschaftlichen Aufschwung.

Der private Konsum dürfte von der weiterhin günstigen Lage am Arbeitsmarkt und den deshalb kräftig steigenden Bruttolöhnen und -gehältern profitieren. Zudem werden die monetären Sozialleistungen 2015 voraussichtlich spürbar ausgeweitet. Die dadurch kräftig steigenden verfügbaren Einkommen bilden auch günstige Rahmenbedingungen für die Wohnungsbauinvestitionen, zumal die Finanzierungskosten wohl niedrig bleiben werden. Auch die Unternehmensinvestitionen dürften bei zunehmender Kapazitätsauslastung und weiterhin niedrigen Zinsen beschleunigt steigen.

Keine Impulse sind dagegen von der Außenwirtschaft zu erwarten. Zwar wird sich der Anstieg der Exporte im Prognosezeitraum beschleunigen, allerdings nicht so stark wie der der Importe. Vor diesem Hintergrund erwartet das RWI einen Anstieg des BIP um 1,5% in diesem und um 1,8% im kommenden Jahr.