Sprachwissenschaftler macht Versicherungsbedingungen verbraucherfreundlicher

Klartext statt juristischer Bandwurmsätze: Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat in Zusammenarbeit mit dem Sprachwissenschaftler Prof. Günther Zimmermann einen Teil der unverbindlichen Versicherungsbedingungen sprachlich grundlegend überarbeitet.

Ziel ist es, künftig alle Versicherungsbedingungen für Verbraucher verständlicher und lesbarer zu gestalten. „Die Versicherungswirtschaft möchte damit mehr Produkttransparenz für Kunden schaffen“, sagt GDV-Präsident Alexander Erdland. „Dazu gehört, dass unsere Kunden die Verträge leichter verstehen können. Wir wissen, dass die Bedingungen oft noch zu abstrakt sind. Das wollen wir mit der Überarbeitung ändern.“

Der erfahrene Sprachwissenschaftler Prof. Günther Zimmermann hat bei der Neugestaltung der Bedingungen seine wissenschaftliche Expertise eingebracht. Für Zimmermann hat der Reiz bei der Arbeit im GDV darin bestanden, „die Versicherungsbedingungen in eine Alltagssprache zu übersetzen, ohne ihre Rechtssicherheit zu gefährden.“ Dies führte dazu, dass nicht alle Vorschläge sprachlicher Klarheit in die neuen unverbindlichen Versicherungsbedingungen übernommen werden konnten. Die Gratwanderung zwischen sprachlicher Klarheit und Rechtssicherheit sei aber nötig gewesen, so Zimmermann weiter, denn „sind die Bedingungen verständlicher formuliert, schafft das mehr Transparenz und damit auch mehr Glaubwürdigkeit.“

Damit künftig Versicherungsverträge für Verbraucher leserlicher werden, haben die Autoren vor allem drei Mittel bei der Aktualisierung angewandt: Entzerren, Reduzieren, Veranschaulichen. Die Autoren haben Sätze gekürzt, weniger Fachbegriffe verwendet und auf Passiv- und Nominalstil verzichtet. Auch das Layout der Texte wurde angepackt. Neue Stilmittel sind ausführliche Inhaltsverzeichnisse, Aufzählungen, kurze Sätze, eingerückte Beispiele, um sie vom Bedingungstext abzugrenzen, die deutliche Kenntlichmachung von Ausnahmetatbeständen und eine klar formulierte Einleitung , die den Einstieg in die Bedingungswerke erleichtert.

Zwischenüberschriften und eine übersichtlichere Bezifferung, auch im Inhaltsverzeichnis, erleichtern zudem die Orientierung im Bedingungstext. Außerdem enthalten die Bedingungen konkrete Beispiele, die die komplexen Sachverhalte oder auch Fachbegriffe veranschaulichen.