Wirksamer Verbraucherschutz

Die OECD hat die Ergebnisse ihrer ersten internationalen PISA-Zusatzstudie zum Finanzwissen von Schülern vorgestellt.

Der Test deckt zum Teil erhebliche Bildungslücken auf. So sind rund 15 Prozent der Schüler nicht einmal in der Lage, einfache finanzielle Entscheidungen zu treffen.

Die OECD hat für die Studie knapp 30.000 Jugendliche im Alter von 15 Jahren in 18 Ländern befragt, unter anderem zu den Kosten eines Kredits oder der Funktionsweise von Versicherungen. Deutschland hatte an dem Test nicht teilgenommen.

„Es wäre schön gewesen, wenn sich auch Deutschland an der Untersuchung beteiligt hätte“, sagt Alexander Erdland, Präsident des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Die Ergebnisse hätten wichtige Hinweise geliefert, wie es um die Finanzbildung der Schüler hierzulande bestellt ist und eine Diskussion über notwendige Verbesserungen entfacht.

Andere Auswertungen zeigen jedenfalls, dass das Finanzwissen der Schüler hierzulande noch deutlich verbessert werden kann. In einer im Vorjahr veröffentlichten Studie der Schufa zum Finanzverhalten von Jugendlichen erachteten zwar 86 Prozent der Befragten das Thema Geld und Sparen als wichtig oder sehr wichtig. Gleichzeitig gaben aber nur 18 Prozent der 15- bis 24-Jährigen an, sich gut mit Produkten der eigenen Altersvorsorge auszukennen. Die Jugendlichen sehen mehrheitlich (70 Prozent) die Schulen in der Pflicht, über wirtschaftliche Zusammenhänge zu informieren.

„Ein Kernthema bleibt, dass wir die finanzielle Bildung fest in der Schule verankern. Es muss uns besser gelingen, den Schülern frühzeitig ein wirtschaftliches Grundverständnis zu vermitteln“, betont Erdland. Nur wer gut informiert sei, könne auch seine Eigenverantwortung für die Altersvorsorge erkennen und wahrnehmen. „Handeln setzt Wissen voraus“, betont Erdland. Ein besseres Verständnis über den Zusammenhang von Risiko und Rendite würde zudem die Menschen besser vor Fehlern bei der Geldanlage schützen. „Wirksamer Verbraucherschutz fängt mit einer guten Finanzbildung an“, betont Erdland.

Auch die OECD hält ein besseres wirtschaftliches Verständnis der Jugendlichen für dringend notwendig. Dies sei wichtiger denn je angesichts der Tatsache, dass jeder Einzelne heute schon sehr früh finanzielle Entscheidungen treffen müsse, die seine Zukunft betreffen, sagte OECD-Generalsekretär Angel Gurría bei der Vorstellung der Ergebnisse in Paris.

Die Versicherungswirtschaft unterstützt seit mehr als 20 Jahren mit dem Schulprojekt „Safety 1st“ die Ausbildung von Jugendlichen. Das Projekt wird gemeinsam mit der Stiftung Stiftung Jugend und Bildung herausgegeben. Das Angebot umfasst Unterrichtsmaterialien wie Filme und Grafiken, eine Lehrerhandreichung sowie weitere Informationsangebote. Die aktuelle Auflage 2013/2014 der Unterrichtsmaterialien wurde von der Gesellschaft für Pädagogik und Information mit dem „Comenius-EduMedia-Siegel“ für pädagogisch, inhaltlich und gestalterisch besonders wertvolle didaktische Multimediaprodukte ausgezeichnet.